Sebastião Salgado in Erfurt: „EXODUS“

Am 18. März 2017 besuchten einige Mitglieder unseres Clubs die Fotoausstellung „EXODUS“ des bekannten brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado. In den frisch renovierten Räumlichkeiten der „Kunsthalle Erfurt – Haus zum Roten Ochsen“ am Fischmarkt hatten wir Gelegenheit, mehr als 100 Bilder zu betrachten und über die Eindrücke zu sprechen.

Salgado hat sich als Vertreter der sozialdokumentarischen Fotografie über viele Jahre dem Thema Migration, Flucht und Vertreibung gewidmet. Mit seinen Aufnahmen dokumentiert er den gerade biblischen „Exodus“ von Menschen aus allen Teilen der Welt, denen ihre Lebensgrundlage durch Kriege oder Umweltzerstörung genommen wurde. Die Erfurter Ausstellung zeigt vor allem Fotos aus den 1990er Jahren. Salgado war stets an den Krisenherden und hat das Leid und Elend der Menschen, insbesondere auch der Kinder, in seinen Bildern festgehalten. Kosovo-Krieg, Ruanda, Brasilien, Ecuador, Philippinen. Diese Liste der Länder, an den Fotograf unterwegs war, um Flucht und Vertreibung festzuhalten, ließe sich fast beliebig fortsetzen. Was er zeigt sind manchmal verstörende Aufnahmen von den Flüchtlingen und ihrer zerstörten Heimat. Und dennoch: Salgado gelingt es immer wieder, einen Funken Hoffnung zu wecken, wenn er, quasi als Höhepunkt der Erfurter Ausstellung, rund 30 Portraits von Kindern zeigt. Trotz ihrer Not behalten sie hier ihre Würde und zeigen stolz: „Wir sind hier und leben“.

Die Dichte der Fotografien, die so viel menschliches Leid in Schwarz-Weiß dokumentiert, ist beeindruckend und regt zum Nachdenken an. Aktuelle Aufnahmen aus heutigen Flüchtlingslagern sind hier nicht zu sehen, aber man braucht keine Phantasie, um sich die Situation dort vor Augen zu halten. Sebastião Salgados Foto sind Weckruf genug.